Spaziergang Schildkrötenpark  

Es lohnt sich, die Westseite des Chao Phraya zu entdecken. Zum Beispiel bei einem Spaziergang von einem meiner Lieblingsrestaurants am Fluss, dem „My Grandparents House”, zum in der Sonne weiß strahlenden Wat Prayun Tempel. Dabei kann man einen Zwischenstopp im kleinen, wunderschönen sogenannten „Schildkrötenpark“ einlegen.



Dauer: ca. [4:23] 

Stand: April 2026





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Audio-TRanskript

Station A

 

Ich sitze sehr gerne im „My Grand Parents House“ an der Balustrade.

Am liebsten mit einem eiskalten „Butterfly Pee Tea“ in der Hand,.

Leicht süß, leicht säuerlich und genau richtig für einen warmen Nachmittag in Bangkok. Dabei schaue ich auf den Fluss, auf die vorbeiziehenden Schiffe, lausche auf ihre Hupen, Glocken und Sirenen und auf dieses dumpfe, fast wummernde Geräusch der Dieselmotoren. Wenn ich dort eine Weile gesessen habe, mache ich oft noch einen kleinen Spaziergang. Für mich rundet er den Nachmittag perfekt ab. Sie brauchen dafür nur ungefähr 20 Minuten. Mein Ziel ist ein Ort, den viele gar nicht kennen. Ein kleiner, fast verwunschener Schildkrötenpark direkt neben dem prächtigen Wat Prayun Tempel.

Wenn Sie das Restaurant verlassen oder im alten chinesischen Guang-Ju-Schrein vorbeigehen, sollten Sie auf Ihrem Handy die Karte etwas heranzoomen. Dann folgen Sie einfach dem eingezeichneten Weg.

 

Sie gehen durch kleine, verwinkelte Gassen vorbei an Geschäften und Essensständen, aus denen immer wieder exotische Düfte entgegenkommen. Touristen treffen sie hier eher selten. Meist sind es Einheimische. und manchmal schauen deren Kinder einen mit neugierigen Blicken an. Wenn sie dann die Memorial Bridge unterquert haben, erreichen sie schließlich den kleinen Schildkrötenpark.

Er ist rund 150 Jahre alt und wirkt auf mich jedes Mal so, als sei er ein wenig aus der Zeit gefallen.

 

Station B im Schildkrötenpark.

 

Gleich rechts neben dem Eingang können Sie eine kleine Schale mit Brotstücken kaufen. Dazu gibt es einen Holzspieß. Aber Vorsicht: für die Gesundheit der Tiere ist das nicht bekömmlich. Kaufen Sie unterwegs einen Salatkopf oder an einem Fruchtstand eine klein geschnittene Papaya. Damit tun Sie den Schildkröten dann wirklich etwas Gutes. Kinder lieben es, die langsamen Tiere zu füttern und ich kann Ihnen versichern, Erwachsene genauso. Ich selbst mag es sehr, diese kleinen, uhrzeitlich wirkenden, langsamen und irgendwie gefräßigen Freunde zu verwöhnen.

Im Zentrum des Parks erhebt sich ein künstlicher Berg.

Er bildet den heiligen Mount Mero des Buddhismus nach, und er ist der größte und älteste seiner Art in Thailand. Wenn sie näher herangehen, sehen Sie in den Felsen kleine Grotten. Darin stehen große, steinerne Schildkröten. Außerdem entdecken sie bunte Miniaturtempel und mystische Figuren. Der Berg wird von einem Teich umrahmt und ab und zu sehen Sie dort Familien, deren kleine Kinder das Füttern der Schildkröten mit lautem Jauchzen begleiten.  Aber das Schöne ist, sie müssen hier gar nichts tun.

Sie können einfach sitzen, schauen, atmen oder wenn Sie gerne lesen in Ihrem Buch oder auf dem Kindle schmökern. Gerade dafür ist dieser Park ideal.

 


Station C.

 

Gehen Sie anschließend zum benachbarten Wat Prayun-Tempel. Auch das ist ein sehr schöner Ort. Und genau wie der Park ist er nicht überlaufen.

Besonders sehenswert ist der gewaltige weiße Chedi. In der Sonne schimmert er fast blendend. Man sieht ihn schon von Weitem. Er ist der Größte seiner Art in Bangkok und zugleich der Einzige, den sie vollständig begehen dürfen.

 

Sie können sowohl die umlaufenden Kolonaden betreten als auch einen schmalen Gang, der in der Höhe den gemauerten Chedi umschließt. Sogar das Innere dieses gewaltigen Bauwerks ist zugänglich. Und gerade dort spürt man, wie fragil diese Konstruktion aus den kleinen Ziegelsteinen tatsächlich ist. Ich empfinde die Atmosphäre im Wat Prayun immer als fast meditativ.

Diese engen Stufengänge, das Innere des Chedis, die blendend weißen Kolonaden und dazu nur wenige Besucher.

 

Das alles zusammen schafft eine Ruhe, die man in Bangkok nicht allzu oft findet. Für mich ist diese kleine Runde deshalb bis heute etwas ganz Besonderes und eigentlich immer noch ein Geheimtipp.

 

Für alle, die der Hektik der Hauptstadt wenigstens für ein paar Stunden entfliehen möchten.

Am besten am Nachmittag.