Krebsfleisch - eine Entdeckung
Als ich die ersten Jahre nach Bangkok kam, habe ich nirgends Krebsfleisch auf den Speisekarten gesehen. Zumindest ist es mir nicht aufgefallen. In den letzten Jahren ist es allerdings wegen seiner besonderen Frische und seines außergewöhnlich guten Geschmacks zu einem meiner Lieblingsmeeresfrüchte geworden.
Dauer: ca. [3:54]
Stand: April 2026
Audio-Transkript
In den vergangenen Jahren ist mir in immer mehr Seafood-Restaurants aufgefallen, Gerichte mit Krebs Fleisch werden in Thailand beliebter.
Besonders oft begegnet es ihnen zusammen mit gebratenem Reis, also mit klassischem Fried Rice.
Auf Thai heißt dieses Gericht Khao Pad.
Warum ist es so beliebt?
Für mich liegt der wichtigste Grund ganz klar im Geschmack. Krebsfleisch hat im Vergleich zu vielen anderen Meeresfrüchten eine eigene Qualität.
Es schmeckt leicht süßlich, ist fein, fest und zugleich saftig.
Und genau das passt wunderbar zu würzigem, salzig gebratenem Reis.
Dazu kommen oft Limettensaft, Fischsoße und eine leichte Süße.
Wenn das gut gemacht ist, wirkt das Gericht schlicht, ist geschmacklich, aber erstaunlich raffiniert.
Ein weiterer Vorteil ist die Frische.
Krabben und Krebse sind robuster als viele andere Meerestiere, die in Bangkok auf den Tisch kommen.
Sie lassen sich deshalb leichter lebend transportieren und in Restaurants in Wasserbecken halten. Wenn Sie solche Becken sehen, ist das meist ein gutes Zeichen. Dann können Sie ziemlich sicher sein, dass hier nichts Aufgetautes auf ihrem Teller landet. Gerade bei Krebsfleisch macht das einen großen Unterschied.
In Thailand unterscheidet man kulinarisch vor allem zwei Arten von Krebsen. Da sind zuerst die so genannten Schlammkrabben.
Man nennt sie auch Mangrovenkrabben. Sie sind besonders beliebt, weil ihr Fleisch oft etwas süßer, gehaltvoller und fester ist. Außerdem haben sie große, kräftige Scheren, also mehr Fleisch. Die besten Exemplare stammen häufig aus Wildfang, vor allem aus der Andamanensee. Dort werden sie in Reusen und Stellnetzen gefangen.
Meist handelt es sich dabei um schwarze Schlammkrabben. Daneben gibt es grüne Schlammkrabben. Sie lassen sich leichter züchten. Ich habe solche kleinen Krabbenfarmen schon in der Gegend um Ranong gesehen. Oft sind das sehr überschaubare Betriebe.
Die zweite wichtige Gruppe sind die blauen Schwimmkrabben. Sie sind vor allem im Golf von Thailand verbreitet. Ihr Fleisch empfinde ich als insgesamt milder, etwas süßer und fast buttrig. Es ist oft feiner als das Fleisch der Schlammkrabben, aber auch hier gilt, es gibt erhebliche Qualitätsunterschiede.
Qualität hat ihren Preis. Wenn Sie gutes, frisches Krebsfleisch suchen dann kostet das etwas. Sehr billige Angebote bedeuten bei Krebsfleisch fast immer minderwertige Qualität und ich finde, im Urlaub darf man sich so etwas ruhig einmal gönnen.
Krebsfleisch ist keine Sättigungsbeilage. Es ist eine Delikatesse. Achten Sie also nicht nur darauf, wie viel Krebsfleisch auf dem Teller liegt, achten Sie auf frische Textur und Geschmack.
Genau daran erkennen Sie, ob Sie ein ordentliches Gericht bekommen oder eines, das Ihnen wirklich in Erinnerung bleibt.
Mein persönlicher Tipp zum Schluss:
Sehr gutes Khao Pad, also gebratenen Reis mit viel Krebsfleisch, habe ich im Restaurant „Here Hai“ an der Sukhumvit Road gegessen und auch bei Ann in der Tha Din Daeng Road auf dem Westufer des Chao Phraya.
Beide Restaurants finden Sie hier in meinem Buch. Wenn Sie dort Ihr Krebsfleisch bestellen, nehmen Sie sich beim ersten Bissen ruhig einen Moment Zeit. Lassen Sie diese Köstlichkeit genüsslich im Mund zergehen.
