Schwimmende Märkte
Sie sind legendär: die „Floating Markets“ von Bangkok. Früher gehörten sie zum Leben an den Kanälen der Hauptstadt dazu. Heutzutage werden sie vor allem für Touristen veranstaltet. Es gibt jedoch immer noch Ausnahmen, deren Besuch sich lohnt.
Dauer: ca. [4:08]
Stand: April 2026
Audio-Transkript
Wenn man an Thailand denkt, denken viele sofort an schwimmende Märkte, die sogenannten „Floating Markets“.
An schmale Boote, tropisches Obst, dampfende Garküchen und Frauen mit Stroh Hüten. Auch ich hatte dieses Bild im Kopf, als ich nach Thailand kam. Um ehrlich zu sein, ich dachte dabei vor allem an die Bilder aus einem alten James-Bond-Film, in dem Roger Moore als 007 mit einem getunten Longtail-Boot durch enge überfüllte Kanäle rast.Genau das habe ich gesucht und nicht gefunden.
Es war eben eine Filmkulisse.
Die Realität sieht anders aus.
Floating Markets haben jahrhundertelang eine wichtige Funktion erfüllt.
Damals gab es noch keine richtigen Straßen und vieles spielte sich auf den zahlreichen Kanälen ab. Auch die normalen Märkte, auf denen Lebensmittel, Dinge des täglichen Bedarfs und einfache Gerichte verkauft wurden, erfüllten eine wichtige Aufgabe. Dazu gehörte auch die berühmte Boat Noodle- Suppe.
Diese Zeiten sind jedoch weitgehend vorbei. Nur in einigen noch etwas landwirtschaftlich geprägten Teilen der Stadt, zum Beispiel westlich des Chao Phraya, finden sie noch Märkte, die überwiegend von Einheimischen besucht werden, meist an den Wochenenden.
Daneben hat sich seit James Bond eine regelrechte Floating Market Industrie entwickelt. Solche Märkte werden gezielt für Besucher inszeniert und Touristen werden teilweise sogar per Shuttle dorthin gebracht. Ein bekanntes Beispiel ist der berühmte „Damnoen Saduak Floating Market“, den manche auch James Bond Markt nennen.
Wenn sie vor allem schöne Fotos mit vielen Verkaufsbooten und Frauen mit breiten Strohhüten machen möchten, dann ist dieser Markt durchaus in Ordnung.
Sie sollten aber wissen, dass dort oft austauschbare Touristenware verkauft wird, die Sie auch an vielen anderen Orten in Bangkok bekommen.
Es gibt allerdings noch einige Märkte, die vor allem für Einheimische da sind. Meistens finden sie am Wochenende statt.
Dorthin fahren viele Familien aus Bangkok für einen kleinen Tagesausflug.
Dort sehen sie dann auch Boote, von denen aus zum Beispiel Gemüse aus den benachbarten Gärten verkauft wird. Und gut essen können sie dort auf jeden Fall.
Ein besonders schönes Beispiel ist für mich der „Khlong Lat Mayom Floating Market“ auf der Westseite des Chao Phraya, den ich selbst gern besuche. Meistens kaufe ich mir dort an einem der vielen Stände oder in einem kleinen Restaurant am Kanal etwas leckeres zu essen.Und oft nehme ich auch noch ein kleines Souvenir von an der Handwerksstände mit.
Ich habe mir dort sogar einmal kostenlos die Haare schneiden lassen.
Das war eine Promotion Aktion und bei meiner Halb Glatze kann man ja nicht mehr allzu viel ruinieren.
Von diesem Markt aus können Sie auch kleine Kanalboot Touren unternehmen. Die sind deutlich preiswerter als viele Angebote der großen Veranstalter am Chao Pra. Und vor allem, sie sehen dort noch echtes Alltagsleben entlang der Kanäle, nichts künstlich aufgehübschtes.
Mein zweiter Lieblingsmarkt an einem Kanal ist der „Bang Nam Phueng Market“ auf der Halbinsel Bang Krachao, der sogenannten Grünen Lunge Bangkoks. Er ist zwar kein klassischer Floating Market im Sinne der alten Bilderbuchvorstellungen, er ein sehr guter, lokaler Wochenendmarkt an einem Kanal. Aber ein paar Boote gibt es auch dort.
Das Schöne ist vor allem die Umgebung.
Die Gegend lässt sich wunderbar mit dem Fahrrad erkunden.
Man fährt durch viel Grün, schaut sich die Umgebung an und verbindet das ganz entspannt mit einem Besuch des Marktes.
Berühmt ist der Markt vor allem für seine besonders leckeren Desserts, die nach alten Rezepten des Mohnvolkes zubereitet werden Die können Sie anschließend ganz wunderbar bei einem Picknick im Nahen Park genießen.
