In diesem Beitrag erfahren Sie , was man in Thailand besser vermeiden sollte. Und was besonders gerne gesehen wid.
Dauer: ca. [4:52 Minuten]
Stand: April 2026
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Do’s and Don’ts – was in Thailand wirklich wichtig ist
Es gibt viele Listen darüber, was man in Thailand tun oder besser lassen sollte.
Aber vieles davon bleibt sehr allgemein.
Ich möchte Ihnen deshalb ein paar Hinweise geben, die im Alltag wirklich helfen. Besonders in Bangkok. Und besonders dann, wenn man Missverständnisse vermeiden möchte.
Die wichtigste Regel lautet: Bleiben Sie ruhig.
Auch dann, wenn etwas nicht funktioniert.
In Thailand gilt oft: Wer laut wird, hat verloren. Nicht sachlich, aber menschlich. Sobald man scharf, fordernd oder ärgerlich wird, macht das Gegenüber innerlich zu. Dann versteht man plötzlich kein Englisch mehr. Oder nur noch das, was gerade bequem ist.
Je schwieriger eine Situation wird, desto ruhiger sollten Sie sprechen.
Ein zweiter Punkt: Ein „Ja“ heißt nicht immer Ja.
Ich habe das selbst erlebt. Ich hatte in Bangkok auf der Sukhumvit Road ein Taxi genommen und wollte zur Sathorn Road. Ich fragte den Fahrer, ob er die Adresse kenne. Er sagte: Ja.
Also fuhren wir los.
Als wir in der Nähe waren, fragte ich noch einmal, ob er wirklich wisse, wohin er fahren muss. Wieder sagte er: Ja. Gleichzeitig sah er sich ziemlich ratlos um.
Am Ende musste ich aussteigen und ein anderes Taxi nehmen. Damals hatte ich noch kein Handy mit Google Maps dabei.
Warum passiert so etwas? Manchmal will ein Fahrer die Fahrt einfach nicht verlieren. Oft steckt aber auch etwas anderes dahinter: Viele Thailänder sagen ungern direkt, dass sie etwas nicht wissen. Denn damit würde man Gesicht verlieren.
Mein Tipp: Fragen Sie nicht nur: Kennen Sie die Adresse?
Zeigen Sie die Adresse auf dem Handy. Lassen Sie sie wiederholen. Oder prüfen Sie kurz die Route mit Google Maps. Das spart viel Zeit.
Auch bei Tempeln und Palästen gilt: Respekt zeigen.
Schultern bedecken. Knie bedecken. Schuhe ausziehen, wenn es verlangt wird.
Das ist nicht nur eine Vorschrift. Es ist ein Zeichen von Höflichkeit.
Sehr vorsichtig sollten Sie bei Kritik am Königshaus, an der Monarchie oder am Buddhismus sein. Mein Rat ist einfach: Behalten Sie Ihre Meinung dazu für sich. Thailand ist in diesen Fragen kein Land für provokante Kommentare.
Noch etwas, das viele nicht wissen: Der Kopf ist tabu.
Wenn Sie ein Kind sehen und es süß finden, streicheln Sie ihm nicht über den Kopf. Auch wenn das bei uns freundlich gemeint wäre. In Thailand gilt der Kopf als höchster und besonders sensibler Teil des Menschen. Belassen Sie es lieber bei einem freundlichen Lächeln oder Kompliment.
Und dann ist da noch das berühmte thailändische Lächeln.
Ich muss sagen: Es tut mir jedes Mal gut, in Thailand anzukommen und in freundliche Gesichter zu schauen. Man fühlt sich sofort willkommen.
Aber ein Lächeln bedeutet nicht automatisch Zustimmung. Es kann Freundlichkeit zeigen. Es kann Unsicherheit überspielen. Es kann Ablehnung weicher machen. Manchmal soll es einfach verhindern, dass eine Situation unangenehm wird.
Hören Sie deshalb nicht nur auf die Worte. Achten Sie auf den Ton, auf Zögern und auf die Art, wie etwas gesagt wird.
Wenn Sie mit einem Hotel, einer Tour oder einem Restaurant unzufrieden sind, sprechen Sie es ruhig an. Aber sachlich. Präzise. Ohne Drohung mit schlechten Bewertungen.
Öffentliche Bloßstellung wird in Thailand schnell als Gesichtsverlust empfunden. Und damit erreicht man oft das Gegenteil.
Zum Schluss noch ein sensibler Punkt: die Polizei.
Wenn Sie kontrolliert werden, bleiben Sie höflich und ruhig. Diskutieren Sie nicht laut. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen. Und wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, sagen Sie ruhig, dass Sie die Touristenpolizei hinzuziehen möchten.
Ich selbst habe so etwas mehr als einmal erlebt. Ich wurde aus fragwürdigen Gründen angehalten, mir wurde ein Vergehen vorgeworfen, und am Ende stand eine Geldforderung im Raum.
In so einem Moment war mir klar: Ganz ohne Lösung komme ich hier nicht heraus. Aber die genannte Summe war deutlich zu hoch.
Also blieb ich freundlich. Ich zeigte mich gesprächsbereit und sagte mit einem Lächeln, dass ich auf jeden Fall eine offizielle Quittung brauche.
Allein dieser Satz verändert oft schon etwas. In meinem Fall wurde die Forderung plötzlich deutlich kleiner.
Das muss man nicht gut finden. Aber manchmal ist es klüger, eine Situation pragmatisch zu beenden, als sich stundenlang darin zu verfangen.
