Mit "Khun Noroor" in der Kochschule



Thema: Mit "Khun Noroor" in der Kochschule

Format: Audio mit Transkript, Dauer 3:02
Stand: April 2026


Worum es geht

In dieser Folge erzähle ich von meinen Erlebnissen in der Kochschule des "Blue Elephant".



Audio-Transkript


Kochschule „Blue Elephant“ / Khun Nooror


Bei meinem ersten Besuch im „Blue Elephant“ war ich sofort beeindruckt. Das Restaurant befindet sich in einem mehr als hundert Jahre alten Kolonialgebäude, elegant, ruhig und voller Geschichte. Schon beim Betreten hatte ich das Gefühl, an einem ganz besonderen Ort zu sein.

Natürlich wollte ich dort die berühmte „Royal Thai Cuisine“ probieren. Doch daraus wurde für mich weit mehr.

Damals waren sämtliche Flughäfen Bangkoks durch Demonstranten, die sogenannten „Gelbhemden“, blockiert. An Abreise war also nicht zu denken. Ich musste plötzlich überlegen, wie ich die nächsten Tage verbringen würde.

Die Antwort war schnell gefunden.

Ich habe schon immer gern gekocht. Und die thailändische Küche liebte ich damals bereits ganz besonders. Also fasste ich einen spontanen Entschluss: Ich lerne Thai kochen. Und zwar bei den Besten.

Freunde in Bangkok nannten mir sofort einen Namen: Khun Nooror Steppe. Eine glückliche Empfehlung, wie sich schon sehr bald herausstellen sollte.

Normalerweise besucht man im „Blue Elephant“ einen halbtägigen Kochkurs. Gemeinsam bereiten die Teilnehmer ein komplettes Menü zu, entweder vormittags oder nachmittags.



Ich entschied mich allerdings für mehr. Fünf Tage Kochschule. Jeden Tag mehrere Stunden. So bekam ich einen wirklich intensiven Einblick in diese außergewöhnliche Welt.

Und aus meiner eigenen Erfahrung gleich die erste Empfehlung: Wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie den morgendlichen Kurs. Dann wird vor dem Betreten der Küche erst einmal gemeinsam ein Markt in der Nähe besucht, um die Zutaten einzukaufen.


Genau dieser Marktbesuch hat mir besonders viel gebracht. Dort wurde zum Beispiel erklärt, woran man die Frische von Meeresfrüchtenerkennt und worin sich die verschiedenen Garnelenarten unterscheiden. Seitdem schaue ich Fischen in Markthallen und in Restaurantauslagen immer zuerst tief in die Augen.

Ich habe dort aber auch gelernt, Erst danach ging es ans Kochen. Ich tauchte ich tief in die Welt der thailändischen Küche ein. Frisches Zitronengras, Kaffirlimettenblätter, Galgant, Chili: Schon die Düfte allein waren überwältigend.

Wir lernten, Currypasten im Mörser herzustellen, Gemüse richtig zu schneiden und die feine Balance zwischen süß, salzig, sauer und scharf zu verstehen.

Dabei ging es nie nur ums Kochen. Es ging auch um Kultur. Um Geduld. Und um Harmonie.

Khun Nooror führte ihre Kochschule mit beeindruckender Ruhe und Eleganz. Trotz ihres internationalen Erfolges wirkte sie auf mich nie distanziert.

Und genau das machte diese Tage für mich so besonders.