Pad Thai - Politik und Reisnudeln  

Es zählt zu den Lieblingsgerichten von Thailand-Urlaubern. Vor allem, da es nicht so scharf schmeckt wie viele andere Gerichte. Aber es ist beileibe kein „Touristenessen”. Seine Ursprünge sind politisch. Eine ungewöhnliche Geschichte.



Dauer: ca. [3:05] 

Stand: April 2026




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Für viele Urlauber ist Partei der Inbegriff von thailändischem Streetfood.

Vielleicht auch deshalb, weil es im Unterschied zu vielen anderen Gerichten normalerweise nicht scharf ist. Die gefürchteten kleinen Chilis fehlen hier meistens.

 

Das macht Partei für viele Besucher besonders zugänglich. Aber so einfach dieses Gericht wirkt, so ungewöhnlich ist seine Geschichte.

 

Pad Thai entstand nämlich nicht einfach zufällig in irgendeiner Garküche. Es wurde Anfang der 40 Jahre politisch gefördert. Feldmarschall Phibun wollte ein echtes nationales Gericht schaffen.

 

Siam war gerade in Thailand umbenannt worden und das Land sollte ein stärkeres Nationalgefühl entwickeln. Gleichzeitig gab es eine wirtschaftliche Notlage.

 

Die Reiserten waren eingebrochen und die Preise auf dem Weltmarkt waren gefallen. Reisnudeln boten hier einen Vorteil. Aus einer Schale minderwertigem Reisbruch konnte man zwei Schalen sättigender Reisnudeln herstellen. Deshalb wurden Reisnudeln zur Grundlage dieses neuen Gerichts.

 

Es gab sogar eine nationale Kampagne mit der Botschaft.

Nudeln sind dein Mittagessen.

 

Pad Thai sollte nicht nur satt machen, es sollte auch zeigen, dieses Gericht gehört zum ganzen Land. Die Zutaten kamen symbolisch aus verschiedenen Regionen Thailands. Palmzucker sorgt für die Süße. Er stammt vor allem aus dem Süden und aus dem Zentralland.

 

Erdnüsse geben dem Gericht den Biss. Sie kommen besonders aus dem Norden, wo sandige Böden gut dafür geeignet sind.

Fischsoße und Garnelen stammen aus den Küstenregionen vom Golf von Thailand und von der Andamanensee.

 

Und Tofu wurde traditionell, besonders in Bangkok Chinatown und in der angrenzenden Hauptstadtregion hergestellt.

 

Bis heute ist umstritten, wer das eigentliche Rezept erfunden hat. Sicher ist aber, die Regierung ließ das Rezept im ganzen Land verbreiten.

 



Bis heute ist umstritten, wer das eigentliche Rezept erfunden hat. Sicher ist aber, die Regierung ließ das Rezept im ganzen Land verbreiten. Teilweise wurden sogar kostenlose Karren bereitgestellt, damit Händler Pad Thai verkaufen konnten.


In den vergangenen Jahrzehnten hat es sich regional unterschiedlich entwickelt. In Bangkok bekommen sie es meistens etwas süßlicher.

Im Osten rund um Chantaburi verwendet man oft dünnere Nudeln und eine kräftige, süßliche Krabbenpaste. Hier dominiert stärker das Meeresaroma.

 

Im Nordosten im Isan ist Partei oft etwas schärfer und säuerlicher.

 

Im Süden bevorzugt man ebenfalls kräftigere Varianten, häufig mit Schrimp Paste.

 

Aber egal, wo sie Partei essen, entscheiden ist immer die Balance.

Süße Säure, Salzigkeit und dazu der leichte Biß der Nudeln.

Wenn diese Balance stimmt, versteht man sofort, warum Partei weltberühmt geworden ist.

 

Mein Tipp: in Bangkok finden Sie Pad Thai an unzähligen Streetfood-Ständen und in vielen Lokalen. Mein persönlicher Favorit ist seit Jahren Thipsamai. Das Restaurant liegt in der Altstadt, nicht weit vom schönen Romanneenat Park. Dort schmeckt Partei für mich besonders ausgewogen, nicht zu süß, nicht zu sauer und mit genau der richtigen Tiefe.

 

Es gibt auch eine Filiale im Foot Court des Siam Paragon im Untergeschoss. Auch die ist absolut empfehlenswert.

 

Mein Tipp, bestellen Sie Pad ThaI nicht nur, weil es bekannt ist. Achten Sie auf die feine Abstimmung.

 

Wenn süße Säure, Fischsauce, Erdnüsse und Reisnudeln zusammenfinden, dann ist Partei viel mehr als ein Touristenklassiker.

 

Dann ist es ein Stück thailändischer Geschichte auf dem Teller.