Baan Bu Bronze 

Sie fertigen wunderschöne Bronzeschalen in verschiedenen Größen. Sie sind innen golden schimmernd und außen dunkelgrau, rau und mit feinen Ornamenten verziert. Sie stammen von den Kunsthandwerkern von Baan Bu auf der Westseite des Chao Phraya. Sie sind die letzten in Thailand, die diesem alten, mühsamen Kunsthandwerk nachgehen. Sie können sie bei der Arbeit beobachten.



Dauer: ca. [4:11] 

Stand: April 202




Audio-Transkript

Baan Bu ist für mich ein besonderer Ort, etwas versteckt nahe dem Westufer des Chao Phraya gelegen. Eigentlich eher unscheinbar und doch einzigartig.

 

Denn hier arbeitet noch die letzte Werkstatt in Thailand, die traditionelle Bronze Schalen in einer ganz bestimmten Technik herstellt, Innen golden glänzend, außen rauchig, mattschwarz mit filigran von Hand eingeätzten Dekorationen am Rand.

 

Von kleinen in der Hand liegenden Schälchen bis zu großen Schüsseln, die trotz ihres Gewichtes Leichtigkeit vermitteln, auf jedem Tisch ein absoluter Blickfang.

 

Ich habe solch ein Schälchen vor vielen Jahren erstmals gesehen. Eine befreundete thailändische Familie wollte sie einen Gast zum Geschenk machen.I ch hatte so etwas noch nie gesehen, auch nicht in luxuriösen Souvenir Shops.

 Ich dachte sofort, ein schöneres Geschenk für zu Hause werde ich kaum finden.

 

Als ich fragte, woher dieses kleinen Hau stamme, sagten sie nur Baan Bu.

 

Das sei eine kleine Gemeinde eigentlich ein Handwerkerdorf mit mehreren Werkstätten, wo diese Schalen von Hand gefertigt würden.

 

Als ich die letzte noch offene Werkstatt in Baan Bu dann besuchte, war ich überrascht, welche harte Arbeit zur Herstellung einer so schönen Bronzeschale nötig ist.

 

Die Arbeitsbedingungen in diesem kleinen, scheunenartigen, offenen Anbau sind schwierig.

 

Sie erfordern körperliche Kraft, Ausdauer und Präzision, vor einem einfachen, offenen, gemauerten Ofen zu sitzen, der eine Temperatur von bis zu 1000 Grad ausstrahlt, das halten nur wenige aus.

 

Erst wird Kupfer und Sinn am offenen Feuer geschmolzen, um eine Bronzelegierung zu gewinnen. Daraus wird eine harte Metallplatte gewonnen, die dann stundenlang mit dem Hammer in die gewünschte Form geschlagen wird.

 



 


 


Schließlich wird diese Bronzeplatte auf einer Drehmaschine mit einfachen Werkzeugen und viel Kraft von Unebenheit befreit, insbesondere im Inneren. Da wird besonders fein geschliffen.Anschließend wird die Bronzeschale dann im Inneren mit Schleifmitteln poliert, bis sie leuchtend strahlt. Außen wird schließlich Ruß, den man zumeist in der Nachbarschaft sammelt, mit Hämmern in das Metall eingeschlagen, bis es diese typische aschschwarze, matte Farbe erhält, die nicht mehr poliert wird. Sie behält diesen Farbton, der später sogar noch nachdunkelt.Es hat mich tief beeindruckt, wie diese wunderbaren Handwerker so etwas Schönes mit relativ einfachen Mitteln, aber großen Können schaffen.




Früher haben hier in der Nachbarschaft rund 200 Menschen in solchen Werkstätten Bronze geschmiedet. Ein Brand hat vor Jahren die größte Werkstatt vernichtet. Durch die Corona-Epidemie brach der Absatz ein.

Viele der restlichen Handwerker hörten auf.

 

Heute sind insgesamt nur noch rund zehn Personen mit dieser alten Handwerkskunst befasst. Wenn Sie sie bei der Arbeit sehen wollen, rufen Sie besser vorher an. Sie können aber auch versuchen, einfach so vorbeizuschauen, das habe ich auch schon gemacht.

 

Dann auf den Hof, an den Unterständen mit den Schautafeln vorbei, hinten zum Verkaufsraum. Dort müssen Sie klingeln. Die freundliche Dame, die Ihnen öffnet, ist in der Regel die Besitzerin der Werkstatt. Sie zeigt Ihnen dann die schönsten Schalen und erzählt Ihnen auch etwas über den Betrieb und das alte Handwerk.

 

Ich empfehle Ihnen, kaufen Sie eines dieser kleinen Kunstwerke.

Ich kenne kein schöneres Geschenk aus Thailand, weil es eine Geschichte erzählt. Die Geschichte eines Handwerks, dessen Schalen einst auch im Umfeld des königlichen Hofes und bei religiösen Zeremonien verwendet wurden.

 

Eine Kunstfertigkeit, die leider bald verloren geht.