Bangkoks Kaffee-Szene
Auch ich habe früher vor allem Chili, Meeresfrüchte und Mangos mit Thailand verbunden. An Kaffee habe ich dabei nie gedacht. Das hat sich geändert. Denn was mittlerweile vor allem im Norden angebaut und in kleinen, hippen Kaffee-Bars in Bangkok in die Tassen kommt, ist Spitzenklasse. Einfach probieren!
Dauer: ca. [3:22]
Stand: April 2026
Audio-Transkript
In Bangkok entsteht seit wenigen Jahren eine unglaublich spannende Kaffeekultur traditioneller Thai Kaffee ist vor allem praktisch, schnell, süß und oft mit viel Kondensmilch
Das verändert sich gerade rasant. Vor allem in Bangkok schießen moderne Cafés und kleine Röstereien wie Pilze aus dem Boden.
Ganze Stadtviertel entwickeln sich zu Coffee-Hotspots, wie etwa Tongo nördlich der Sum Road oder insbesondere die Chinatown. Ich suche mittlerweile gezielt nach solch kleinen neuen Adressen. Es sind zumeist stylische Cafés mit minimalistischen Designs, eigenen Bohnenmischungen und Baristas, die ihr Handwerk perfekt beherrschen.
Viele junge Thais haben im Ausland studiert oder gearbeitet, in Rom, Tokio oder Seoul und bringen neue Ideen zurück nach Thailand. Dadurch entsteht eine Mischung aus internationaler Kaffee Kultur und typisch thailändischer Kreativität.
Was die wenigsten wissen, Thailand produziert selbst hochwertigen Kaffee, vor allem im Norden rund um Chiang Mai und Chiang Rai wachsen Arabika Bohnen in den Bergen in einer Höhe zwischen 8oo und 1700 m. Das Klima dort ist überraschend gut für Kaffeeanbau. Viele kleine Farmen setzen auf Qualität statt Masse und exportieren mittlerweile sogar ihren charaktervollen Kaffee nach Deutschland.
Ich habe thailändischen Kaffee schon auf einem Marktstand in Leipzig entdeckt, wo er viele Liebhaber gewonnen hat.
Es ist eine nachhaltig geprägte Szene, die sich in Thailand entwickelt.
Einige Cafés rösten ihre Bohnen selbst und arbeiten eng mit lokalen Farmern zusammen. Dadurch entsteht eine echte Specialty-Coffee Szene.
Bangkok liebt Trends. Die Zahl kleiner Röstereien wächst jährlich um etwa 20 %. Kaffee ist inzwischen nicht mehr nur ein Getränk, sondern Lifestyle.
Ich suche gerne solche kleinen hippen Oasen auf, um einen wunderbaren Kaffee zu genießen und nebenher „Social Media“ zu verfolgen oder am Laptop zu arbeiten.
Besonders beliebt sind kreative Getränke: Coconut-Coffee, Espresso mit Josu oder „Cold Brew“ mit lokalen Früchten.
Hier werden internationale Kaffeetrends oft mit asiatischen Aromen kombiniert.
Und genau das macht die Szene so spannend und ebenso typisch thailändisch.
Um trotz meiner Schwärmerei für diese neue Kultur nicht missverstanden zu werden. Ich liebe auch einen morgendlichen, kräftigen Thai Kaffee am Straßenrand in einem unendlich langen, strumpfartigen Sieb gefiltert mit gesüßter Milch. Da kostet die Tasse nur etwa einen Euro.
Aber es ist halt eine andere Welt, wenn sie in einem der neuen Specialty Cafés schnell 4-6 Euro pro Tasse zahlen müssen. Trotzdem sind die angesagten Cafés voll.
Bangkok entwickelt sich gerade zu einer der interessantesten Kaffeemetropolen Asiens, kreativ, jung und experimentierfreudig.
Eine weitere Entdeckung für Touristen, die es „off the beat track“ mögen, also jenseits überfüllter Touristen-Hotspots.

