Bangkoks Warane 

Für mich sehen sie immer aus wie urzeitliche Drachen. Die bis zu zwei Meter langen Bangkoks berühmten Bindenwarane sind in den großen Parks der Stadt anzutreffen. Sie sind in den großen Parks der Stadt anzutreffen.

Dauer: ca. [3:11] 

Stand: April 2026



Audio-Transkript

Bei einem meiner ersten Spaziergänge im Lumphini Park suchte ich vor allem Erleichterung. Ich wollte im Schatten der alten Bäume der flimmernden, nachmittäglichen Hitze der Hauptstadt entfliehen und erschrak.

 

Plötzlich lag da am Ufer des Sees ein fast 2 m langes Reptil, einem furchteinflößenden Drachen ähnelnd.

Es bewegte sich dann langsam und ruhig über einen Parkweg.

Und das mitten in einer Millionenstadt.

 

Doch tatsächlich gehören Warane seit jeher zur natürlichen Tierwelt Thailands. In Bangkok handelt es sich fast immer um asiatische Bindenwarane, die sogenannten „Monitor Lizards“.  Es sind weltweit die zweitgrößten Echsen nach den berühmten Kommodo Waranen.

 

Sie leben bevorzugt in der Nähe von Wasser, an Flüssen, Kanälen, Seen und Feuchtgebieten. Deshalb fühlen sie sich auch in den großen Parkanlagen der Stadt wohl.

 

Besonders bekannt dafür ist der Lumphini-Park. Dort gehören sie inzwischen fast zum alltäglichen Bild. Fast 400 Exemplare sollen die Anlage täglich durchstreifen. Viele Besucher entdecken sich schon nach wenigen Minuten am Ufer, in der Sonne, im Wasser oder langsam durch das Gras laufend.

 

Auch im benachbarten Benjakitty Park leben Wasserwarane.

Dort stehen allerdings oft eher die weitläufigen Feuchtgebiete, die Vogelwelt und die moderne Skyline im Zentrum des Besucherinteresses.

 

Die Warane wirken hier etwas unauffälliger und sind eher Teil des allgemeinen Naturerlebnisses. Wer aufmerksam entlang der ruhigeren Uferbereiche spaziert, kann sie aber auch dort gut beobachten.

 


Dass sich die Tiere gerade in Bangkok so stark verbreiten konnten, hat mehrere Gründe. Die Stadt bietet ihnen unter anderem durch die zahlreichen Kanäle genügend Wasser, ausreichend Nahrung und nur wenige natürliche Feinde.

Warane ernähren sich unter anderem von Fischen, Fröschen, kleinen Tieren und Aas. Dadurch übernehmen sie sogar eine wichtige Rolle im städtischen Ökosystem und helfen mit organischen Abfälle zu beseitigen.

 

Für Menschen sind sie normalerweise ungefährlich. Sie greifen nicht ohne Grund an und versuchen meist eher auszuweichen. Problematisch wird es nur dann, wenn sie bedrängt, angefasst oder gefüttert werden.

Deshalb sollte man immer Abstand halten und die Tiere in Ruhe lassen. Wer sie einfach beobachtet, erlebt meist eine beeindruckende und zugleich friedliche Begegnung mit einem der ungewöhnlichsten Stadtbewohner Bangkoks.

 

Interessant ist auch der thailändische Name des Warans „Hia“. Dieses Wort sollte man jedoch mit Vorsicht verwenden, denn im Alltag gilt es zugleich als starkes Schimpfwort, was auch die Geringschätzung der Thailänder für dieses erstaunliche Tier widerspiegelt.

Aber für die meisten Besucher sind die Warane heute ein fester Teil des Bangkok Erlebnisses und ein sehr beliebtes Fotomotiv.