Streetfood - eine spannende Geschichte
Viele Thailand Urlauber geben an, Bangkok vor allem wegen des Streetfood erkunden zu wollen. Was ich sehr gut verstehen kann. Denn in seiner unendlichen Vielfalt ist es wirklich einmalig.
Eine Entdeckungsreise.
Dauer: ca. [4:49]
Stand: April 2026
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Audio-Transkript
Als ich 1993 zum ersten Mal nach Bangkok kam, wohnte ich in einem einfachen Hotel nahe der Khaosan Road. Mein erstes Mittagessen kaufte ich an einem kleinen Straßenstand direkt auf dem Bürgersteig.
Es war einfach, es war billig und es schmeckte wunderbar.
Damals gab es in Bangkok noch keinen Sky Train und keine U-Bahn.
Man blieb meist in dem Viertel, in dem man untergebracht war.
Streetfood war damals noch nicht in bestimmten Touristenstraßen konzentriert. Es war überall dort, wo Menschen arbeiteten.
Es war das Essen, das sich Thailänderinnen und Thailänder in der Mittagspause oder auf dem Weg zur Arbeit holten. Jeder Stand hatte meist eine eigene Spezialität, oft nach einem alten Familienrezept.
An einem Wagen gab es Nudelsuppe, am nächsten wurden Schweinefleischspieße über Holzkohle gegrillt, die so genannten Moo Ping.
Ich wurde damals selten enttäuscht, denn diese Händler mussten gut sein, sonst wären ihre Stammkunden einfach weggeblieben. Und genau deshalb gilt für mich bis heute suchen sie Stände, an denen vor allem Einheimische essen oder Angestellte aus den Bürohochhäusern nebenan.
Dort sind sie meistens richtig.
Ein Klassiker sind für mich die Nebenstraßen der SilomRoad nahe den Bürohochhäusern.
Streetfood, wie wir es heute in Bangkok kennen, gibt es erst seit den fünfziger Jahren. Vorher wurde meist zu Hause gekocht und viele Menschen arbeiteten noch in der Nähe ihrer Wohnung.
Dann wuchs Bangkok explosionsartig. Arbeitsplätze entstanden im Zentrum, die Wohnungen lagen aber zunehmend weiter draußen. Also brauchten die Menschen schnelles, gutes und preiswertes Essen direkt am Arbeitsplatz.
Am Anfang dominierten vor allem chinesische Gerichte. Viele Anbieter kamen aus Yaowarat, der alten Chinatown.
Ein Klassiker ist „Khao Man Gai“, Reis mit zart gekochter Hühnerbrust oder Hähnchenschenkel. Bis heute eines meiner Lieblingsgerichte.
Später kamen immer mehr typisch thailändische Gerichte hinzu. Gebratener Reis, also Cat, Bootnudelsuppen, Currys und dazu natürlich die kleinen Schälchen mit scharfer Nambrix-Sauce, die in vielen Garküchen einfach dazugehört.
Mit dem Boom des Thailand Tourismus wurde Streetfood dann auch für Besucher immer wichtiger. Heute gehört es für viele fest zum Bangkok-Erlebnis.
Pad Thai, Satay Spieße mit Erdnuss Soße, Mango Sticky Rice.
All das fand seinen Weg in die Garküche der Stadt und nicht nur für Touristen. Streetfood bleibt bis heute ein wichtiger Teil des Alltags.
Streetfood ist hier nicht nur Folklore, es ist Versorgung, Kultur und Wirtschaftsfaktor zugleich. Diese Popularität brachte aber auch Probleme. Garküchen standen plötzlich überall dort, wo viele Menschen hier vorbeikamen.
Manche Bürgersteige waren komplett blockiert. Ich erinnere mich noch gut an die Gegend rund um den Siam-Platz. Dort standen Tische, Stühle und stellen mich so dicht, dass Fußgänger oft auf die Straße ausweichen mussten.
2016 griff die Stadtverwaltung ein. Viele Bürgersteige wurden freigeräumt, zahlreiche Verkaufszonen verschwanden. Tausende Anbieter waren betroffen.
Seitdem konzentriert sich Streetfood stärker auf bestimmte Bereiche, zum Beispiel auf die Yaowarat Road in Chinatown oder das Areal rund um die Khaosan Road.
Aber verschwunden ist es auch in den anderen Stadtteilen nicht. Dafür ist es viel zu wichtig. In kleinen Nebenstraßen rund um die Sukhumvit Road tauchen Garküchen mittags manchmal für ein paar Stunden auf, wie aus dem Nichts. Und abends bauen sie sich vorgeschlossenen Ladenlokalen wieder auf. Heute hat Bangkok viele Gesichter des Streetfoods. Da sind die klassischen Straßenstände, die Garküchen in den Nebenstraßen, die berühmten Zonen in Chinatown und inzwischen auch die Foodcourts der großen Einkaufszentren. Mein persönlicher Favorit ist der Foodcourt im Untergeschoss des Siam Paragon. Dort finden Sie einige der besten Anbieter der Stadt an einem Ort: kühl, sauber und bequem.
Die neueste Entwicklung sind sogenannte Hawker-Zentren nach dem Vorbild Singapurs. Das sind überdachte Marktbereiche mit vielen Ständen, die schon morgens öffnen sollen.
Das erste dieser Zentren steht am Eingang 5 des Lumphini Parks.
Weitere sollen folgen.
Mein Tipp zum Schluss suchen Sie nicht nur nach dem berühmtesten Stand. Schauen Sie, wo Einheimische essen, wo es schnell geht, wo viel gekocht wird und wo der Duft sie schon von weitem hinzieht.
Probieren Sie einfach.

